Zahnerhaltung

Auch bei Zahnfüllungen hat sich die letzten dreissig Jahre viel getan. Das Amalgam von früher ist praktisch ausgestorben; das letzte Mal habe ich es 1994 verwendet. Heute nimmt man sogenannte Composites: das ist sozusagen Plexiglas in Brei-Form, das schon mit mikroskopisch kleinen Plexiglas-Partikeln gefüllt ist (um die Schrumpfung beim Härten zu verringern) und das man nur noch mit blauem Licht beleuchten muss, damit es hart wird.

Vom Haupt-Fortschritt der letzten Jahrzehnte werden Sie kaum etwas mitbekommen haben: die Klebetechnik. Vor dem Füllen werden die Zähne mit speziellen Klebern beschichtet, die vor allem das Dentin zuverlässig versiegeln. Dadurch kommt es auch nur noch sehr selten vor, dass die Zähne mit einer neuen Füllung erst einmal empfindlich sind, was ja bei Amalgamfüllungen eher die Regel war.

Noch etwas hat sich geändert: Früher wurde Karies radikal ausgebohrt - und wenn man bis zum Nerv kam, mit dem Risiko dass der Nerv abstirbt. Heute weiss man, dass man Restkaries in der Nähe des Nervs problemlos stehen lassen kann: mit den Dentinklebern werden die Bakterien darin sozusagen mumifiziert. Mit der heutigen Technik hätte ich früher sicher 2000 Wurzelbehandlungen, wenn nicht sogar mehr, vermeiden können, und heute ziehe ich erheblich weniger Nerven als früher.

Manchmal ist Fortschritt doch ganz schön...


alte vergilbte Füllungen (oben) - zahnschonend ausgewechselt (unten)